04.03.2009 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Müllparadies BRD

In Deutschland entstehen gigantische Überkapazitäten für die Abfallverbrennung. NABU fordert Moratorium und Ausbau der Recyclingwirtschaft

Rainer Balcerowiak
Lange Zeit galt die Bundesrepublik als einer der Musterknaben im Umgang mit Müll. Bereits 1993 wurden mit der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) die Weichen für die Abkehr von der Deponierung gestellt, seit dem 1. Juni 2005 ist das Ablagern nichtvorbehandelter Abfälle in Deutschland verboten. Parallel dazu wurden die Systeme zur Wertstoffgewinnung ausgebaut, angefangen von der Mülltrennung in Haushalten bis hin zur energetischen Nutzung vorbehandelter Abfälle in Kraftwerken. Der Ausbau der Kapazitäten für Müllverbrennung ging zügig voran, die Recyclingquote stieg stetig, auch durch Sondererfassungssysteme für Papier und Glas.
Doch das Saubermannimage der deutschen Müllpolitiker ist mittlerweile reichlich angekratzt. Besonders im Osten Deutschlands gibt es in steter Regelmäßigkeit Skandale um illegale Deponien. Unternehmen sparen sich auf diese Weise die Gebühren für Weiterverarbeitung bzw. Verbrennung ihrer Abfälle. Auch von illegalen Exporten n...

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