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28.02.2009 / Ausland / Seite 8

»Wegsehen ist keine Lösung, sondern Teil des Problems«

Satire auf Medienberichterstattung über Inzestfall von Amstetten löst medialen Wahnsinn aus. Ein Gespräch mit Hubsi Kramar

Claudia Wangerin
Hubsi Kramar ist Schauspieler, Regisseur und Theatermacher in Wien. Seine Mediensatire »Pension F.«, die sich mit der Berichterstattung über den Amstettener Inzestskandal befaßt, hatte am 23. Februar im 3raum Anatomietheater Premiere

Das Theaterstück »Pension F.« sorgte schon vor der Aufführung am 23. Februar in Wien für lautstarke Proteste. Am Ende der Satire auf den Umgang der Medien mit dem Inzestfall von Amstetten danken Sie den Journalisten für die gelungene Selbstinszenierung. Haben Sie wirklich nicht mit derlei heftigen Reaktionen gerechnet?

Nein, ich wollte ein Theaterstück machen über die pornographische Art der Boulevardmedien, mit bestimmten Skandalen umzugehen, in einer patriarchalen Gesellschaft, wo Gewalt gegen Frauen und Kinder sehr verbreitet ist. Im Normalfall umgibt diese Gewalt eine Mauer des Schweigens. Um so größer war das Interesse an Josef Fritzl als Ausnahmetäter, der in Amstetten seine eigene Tochter 24 Jahre lang in einem Keller ...

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