20.08.1999 / Ausland / Seite 0

Türkei: Es war nicht einfach nur höhere Gewalt

Die meisten Bebenopfer waren in Billighäusern zu beklagen. Bauunternehmer fast gelyncht

Aymur Turanoglu nimmt ein Trümmerteil ihres eingestürzten Wohnhauses in die Hand und wirft es zu Boden. Der Brocken zerbirst in zahlreiche kleine Teile. »Das war alles nur Sand«, ruft sie entsetzt und bricht in Tränen aus. Während im Erdbebengebiet der Türkei die Suche der Rettungsteams nach Überlebenden unter den Trümmern immer verzweifelter wird, nimmt die Kritik an den Bauunternehmern zu, die Wohnhäuser ohne Rücksicht auf die Erdbebengefahr möglichst billig hochgezogen haben. »Mörder!« lautete am Mittwoch die Überschrift der Zeitung Hürriyet.

In dem Badeort Yalova, in dem 350 Menschen in zerstörten Häusern ums Leben kamen, wurde ein Bauunternehmer fast gelyncht. Sein Auto wurde von einer wütenden Menge angezündet. Ministerpräsident Bülent Ecevit will nach eigener Aussage Maßnahmen gegen das wilde Bauen ergreifen. Für die Familie Turanoglu kommt das zu spät. Eine Tochter wurde bei dem Beben getötet, insgesamt starben in ihrem Haus mindestens 16 Bewohner....

Artikel-Länge: 3855 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe