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18.08.1999 / Inland / Seite 0

Verhöre, Razzien, Taschengeldentzug

Armenier protestiert mit Hungerstreik gegen niedersächsisches »Modellprojekt«

In der Zentralen Anlaufstelle für Asylsuchende (ZASt) in Braunschweig befindet sich seit drei Wochen ein Flüchtling aus Armenien im Hungerstreik. Der 30jährige protestiert mit der Aktion gegen seine Behandlung im Rahmen des sogenannten »Projektes X«. Nach einem Jahr in der ZASt sei der Mann »psychisch zermürbt«, sagt die Flüchtlingsbetreuerin Silke Schierding vom Diakonischen Werk der Braunschweiger Landeskirche.

Seit rund fünfzehn Monaten interniert die niedersächsische Landesregierung Flüchtlinge, die angeblich ihre Herkunft verschleiern und so ihre Abschiebung verhindern, in Sammellagern. Durch ständige Verhöre, Taschengeldentzug und teilweise auch Zimmerrazzien sollen die Betroffenen mürbe gemacht werden, bis sie ihre Staatsangehörigkeit preisgeben.

Nach Angaben der Landesregierung halten sich in Niedersachsen rund 1 200 Flüchtlinge mit ungeklärter Staatsangehörigkeit auf, die deswegen nicht abgeschoben werden können (Foto: Identitätsfeststellung mit al...

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