16.02.2009 / Thema / Seite 10

Das Kartell

Die Medien versuchten mit allen Mitteln, die hessische Linkspartei im Landtagswahlkampf unter die Fünf-Prozent-Hürde zu drücken

Achim Kessler
In keinem anderen Wahlkampf haben die Medien derart offensiv gegen Die Linke agiert wie in dem zur Wahl des Landtags in Hessen. Dies war nicht überraschend: Bereits die Reaktion der Medien auf das Scheitern des zweiten Versuchs, die damalige SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen, war von ätzender Häme geprägt. Daß diese Stimmung an den Vorwurf des »Wortbruchs« anknüpfte, zeigt, wie sehr hier mit zweierlei Maß gemessen worden ist: Denn der hessische Ministerpräsident Roland Koch darf bis heute wegen seiner Verstrickung in die Schwarzgeldaffäre der CDU (Stichwort »jüdische Vermächtnisse«) ungestraft als Lügner bezeichnet werden.

Ein wichtiger Unterschied ist, daß Ypsilanti sich nicht durchsetzen konnte. Verlierern werden Verfehlungen schlechter verziehen als Siegern. Eine große Rolle spielt auch, daß sich Ypsilanti als Frau erdreistet hat, nach der Macht zu greifen. Während die Lüge Kochs in der öffentlichen Meinung als z...

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