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29.01.2009 / Kapital & Arbeit / Seite 9

»Würzburg frustriert«

Elektronische Bürgerverwaltung: Public-Private-Partnership-Modellprojekt von Bertelsmann steht in der fränkischen Stadt auf der Kippe

Werner Rügemer
Es war das Renommierprojekt zweier anspruchsvoller Partner: Pia Beckmann, die CSU-Oberbürgermeisterin von Würzburg, und der Bertelsmann-Konzern mit seiner Tochtergesellschaft arvato government services. Ihr gemeinsames Kind »Würzburg integriert!« wurde 2007 aus der Taufe gehoben.

Mit diesem Modellprojekt nach dem Muster von »eGovernment« (elektronisches Regieren und Verwalten) soll erstmalig in einer deutschen Stadt eine »Integrationsplattform« geschaffen werden: Bürger verkehren elektronisch mit der Stadtverwaltung. Würzburg solle zu einem »herausragenden Kompetenzträger für eine moderne, bürgernahe und technologisch führende Verwaltung« werden. Für dieses Umkrempeln kommunaler Verwaltungen sieht Bertelsmann in Deutschland einen »Markt« von 20 Milliarden Euro. Nach dem ersten derartigen Projekt im englischen East Riding soll Würzburg den Durchbruch in Deutschland bringen. Die Lobby verteilte Vorschußlorbeeren: »Würzburg integriert!« erhielt 2007 den Inno...

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