29.12.2008 / Feuilleton / Seite 13

Beim Zahnarzt

Wie Focus-Redakteur Michael Klonovsky Antisemitismusforschung und antifaschistische Pädagogik diffamiert

Thomas Wagner
Denkt man die jüngsten Äußerungen des Romanciers und Journalisten Michael Klo­novsky, seines Zeichens Chef vom Dienst im Nachrichtenmagazin Focus, zu Ende, müßte die Geschichte komplett umgeschrieben werden. »Wer von der Behandlung der deutschen Minderheit im Polen der Zwischenkriegszeit nicht reden will«, gebietet die Edelfeder aus dem journalistischen Flaggschiff des Burda-Konzerns, »der soll vom deutschen Angriff auf Polen schweigen.«

Zumindest in moralischer Hinsicht scheint er die Kriegsschuldfrage zugunsten Nazideutschlands geklärt zu haben. Hierhin paßt auch sein Insistieren darauf, daß »die ersten Massaker des Zweiten Weltkriegs« an »deutschen Zivilisten verübt« worden seien. Vor diesem Hintergrund kann es nicht mehr überraschen, daß Klonovsky auch die Bewertung des »Holocaust« als »Menschheitsverbrechen« für fragwürdig befindet: »Die Kriterien dafür ist man uns bis heute schuldig geblieben.« Er scheut auch nicht davor zurück, »die Juden« und »die ...

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