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23.12.2008 / Inland / Seite 2

»Bundesregierung sagt die Unwahrheit«

Die Risiken des Einsatzes panzerbrechender Uranmunition werden systematisch verharmlost. Ein Gespräch mit Frieder Wagner

Ralf Wurzbacher
Frieder Wagner ist ­Regisseur, Kameramann und Autor

Sie weisen seit langem darauf hin, daß mit abgereichertem Uran gehärtete, sogenannte DU-Munition, Krebs erregt, aber entsprechende Erkenntnisse von der Bundesregierung unter Verschluß gehalten werden. Welche Belege haben Sie dafür?

Für meinen Film »Todesstaub« konnte ich im Institut für Strahlenschutz (GSF) in Neuherberg bei München mit dem Medizinphysiker Paul Roth drehen. Er erzählt vor der Kamera über eine Studie, bei der in simulierte Lungenflüssigkeit abgereichertes Uran eingebracht wurde. Der Wissenschaftler sagte mir wörtlich, daß das Ergebnis für ihn selbst überraschend war: Nur rund ein Drittel des DU-Materials entfernt sich demnach innerhalb weniger Tage aus der Lunge. Etwa die Hälfte bis zwei Drittel lösen sich entweder nur sehr langsam oder vielleicht gar nicht auf. Je länger der Stoff in der Lunge strahlt, um so größer wird die Gefahr, an Krebs zu erkranken. Studien US-amerikanischer Militärwi...

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