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17.12.2008 / Feuilleton / Seite 12

Schauspielerische Selbstkasteiung

Zum Tod von Horst »Derrick« Tappert

Richard Oehmann
In den Neunzigern, als jeder Schotter zu Kult erhoben wurde, da wurde der Satz »Harry, hol schon mal den Wagen!« dem Standard-Repertoire quietschfideler Feierabend- und Privatradio-Witzler hinzugefügt. »Derrick« galt plötzlich als »soo schlecht, daß es schon wieder gut ist. Schließlich geriet sogar eine Parodie der Krimiserie in die Kinos, ein Animationsfilm mit der Originalstimme von Horst Tappert, den niemand sehen wollte. Tatsächlich entzogen sich die gleichförmigen Krimis einer guten Parodie, weil sie für Menschen mit Humor einfach zu langweilig waren. Der unterhaltsamste Aspekt war auf die Dauer die Frage, wie viele Villen denn mittlerweile in München-Grünwald leerstehen, da doch jeden Monat mindestens einer dort umgebracht wurde.

Aber so sind wir halt, wir Deutschen: Wir fahren Mercedes oder BMW, haben einen Garten, trinken heimlich, tragen Perlenketten, gehen golfen und erschießen, wenn’s eng wird, unsere Angehörigen. Von diesem H...

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