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08.12.2008 / Feuilleton / Seite 12

Trauerarbeit

Bini Adamczaks Stalinismuskritik auf der Höhe der Zeit

Matthias Becker
Als die Außenminister Ribbentrop und Molotow am 24. August 1939 den Vertrag unterschrieben, wehte vor dem Moskauer Kreml die Hakenkreuzfahne, und eine Kapelle spielte das Horst-Wessel-Lied. In dem Nichtangriffspakt hatten die beiden Staaten ihre Einflußsphären abgesteckt, sich gegenseitig ihrer Neutralität versichert, der nächste Krieg war nur noch eine Frage der Zeit. Erst konnten die aus Deutschland geflohenen Antifaschisten es nicht glauben, dann wollten sie es nicht. Im französischen Exil brachte Walter Benjamin ihre Situation auf den Punkt: Die Politiker, auf die sie gehofft hatten, lagen am Boden und bekräftigten ihre Niederlage mit dem Verrat an der eigenen Sache. Wer noch loyal bleiben wollte, mußte Zuflucht zu einer bemerkenswerten Rechtfertigungskasuistik nehmen (die von manchen bis heute betrieben wird). Für die Kommunistinnen und Kommunisten brach eine Welt zusammen.

Bis heute ist sie nicht wieder errichtet worden, konstatiert Bini Adamczak. In...

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