Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. Februar 2019, Nr. 46
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18.11.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir sehen diese Krise als Systemkrise«

Gewerkschaften und Linke müssen eine kämpferische, klassenpolitische Antwort auf die Krise geben. Ein Gespräch mit Bernd Riexinger

Jörn Boewe
Bernd Riexinger ist Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Stuttgart und Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands der Partei Die Linke in Baden-Württemberg

In Ihrem Papier fordern Sie eine offensive Antwort der Gewerkschaften auf die Krise. Nun ist ja das erste, was in einer Rezession nachläßt, die Streikfähigkeit der Gewerkschaften. Wie soll das also funktionieren?

Ich glaube, das allerwichtigste ist, daß die Gewerkschaften ihr politisches Mandat wahrnehmen. Sie müssen den Konflikt politisieren, deutlich machen, daß hier erneut Umverteilung von unten nach oben erfolgen soll und daß die Beschäftigten sowohl diese Spekulationsblase bezahlt haben als auch die Folgen tragen sollen.

Was schlagen Sie statt dessen vor?

Wir glauben erstens, daß politisch ansteht, daß die Gewerkschaften zusammen mit den Linkskräften im Lande so etwas wie einen Gegenentwurf, ein Sofortprogramm machen als Alternative zur Politik der Bundesregierung und der Kapitalverbände. Und...

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