10.11.2008 / Ausland / Seite 6

Ein hilfloser Appell

In Ostkongo droht ein Völkermord, die Drahtzieher sind bekannt – aber der UN-Generalsekretär absolviert einen erbärmlichen Gipfelauftritt

Raoul Wilsterer
Erstmals seit Ende des Kongo-Krieges im Jahr 2003 erklärten am Samstag die Vereinten Nationen, daß in Ostkongo ein »Völkermord« drohe. Tags zuvor hatte ihr oberster Funktionär vor einer »Ausweitung der Kämpfe« gewarnt. Die UNO schwankt zwischen hilflosen Appellen und Apathie, und die Frage drängt sich auf, wie viele derartig erbärmlicher Auftritte – wie der am Freitag beim »Kongo-Gipfel« in Kenias Hauptstadt Nairobi – Ban Ki Moon noch zu absolvieren gedenkt.

Natürlich weiß der UN-Generalsekretär, daß der »Kongo-Konflikt«, wie er diese opferreiche Aneinanderreihung von Gemetzeln und Massakern immer noch euphemistisch nennt, längst wieder grenzüberschreitend geführt wird. Ruandische Truppen griffen auf dem Territorium der Demokratischen Republik Kongo am 29. Oktober zugunsten des international als »Kriegsverbrecher« gesuchten Rebellengenerals Laurent Ngunda ein. Das stellte jüngst Ban Ki Moons Sprecherin Sylvie van den Wildenberg höchstpersönlich fest. Derw...

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