29.10.2008 / Feuilleton / Seite 13

Kriminelles Erbe

Im Jüdischen Museum Berlin widmet sich eine Ausstellung dem Raub und der Restitution von jüdischem Kunstbesitz

Matthias Reichelt
Kisten über Kisten, übereinandergestapelt und in Reihe gestellt, findet man im ersten Stock des Berliner Jüdischen Museums, in einer Sonderausstellung zu Raub und Restitution. Die Transport- und Lagerkiste zieht sich als sinniges Ausstellungsmobiliar durch die textlastige Ausstellung. In ähnlichen Kisten fanden die alliierten Soldaten bei Kriegsende die von den Nazis in Bergwerken und andernorts eingelagerten Kunstgüter.

Die Enteignung, der vom Nazistaat legitimierte Diebstahl von jüdischem Besitz, ist ein kaum abschließbares Kapitel. Die meisten ehemaligen Besitzer sind auf deutschen Befehl ermordet worden und haben oft keine Erben, oder diese sind nicht bekannt. Viele der »arisierten« Kunstgüter haben die Besitzer gewechselt; ihr Weg läßt sich nur schwer verfolgen bzw. zurückführen.

Der beispiellose bürokratische Aufwand, der für die Erfassung, Ausgrenzung und schließlich für das Vernichten der Menschen aufgewandt wurde, hatte gleich nach der Machtüberg...



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