28.10.2008 / Feuilleton / Seite 13

Auf der Höhe

Vom Büro- zum Politbüroboten: Joachim Herrmann, eine fast vergessene DDR-Karriere

Manfred Gebhardt
In diesem Oktober wäre er achtzig Jahre alt geworden, Joachim Herrmann, viele Jahre (von 1952 bis 1960) Chefredakteur der Jungen Welt. Sein Name ist vergessen und die ihn noch kennen, wollen sich nur ungern an ihn erinnern. Sie denken an das Politbüromitglied Herrmann, verantwortlich für eine gängelnde Pressepolitik, an den allgewaltigen Herrscher über sämtliche Medien des Landes. Gefürchtet, verlacht und verhaßt, schließlich verstummt, vergessen und einsam gestorben.

Dies alles bedenkend, erinnere ich mich dennoch auch an einen ganz anderen Joachim Herrmann. An einen jungen freundlichen Burschen, mit dem man reden und vor allem arbeiten konnte. Als ich ihn kennenlernte, war er einundzwanzig, es war im Frühjahr 1950, Achim arbeitete in der Jungen Welt als stellvertretender Chefredakteur. Er kam von der Jugendzeitung Start, die Rudolf Herrnstadt 1946 mit jungen Leuten aus dem Berliner Verlag gegründet hatte.

»Der Lange«

Achim war auffallend groß, später ha...

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