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14.10.2008 / Thema / Seite 10

Hort der Briefkastenfirmen

Liechtenstein, Steueroase und Organisator schwarzer Löcher im globalen Finanzsystem. Teil II (und Schluß): Nach 1945 Standortsicherung in der EU und Aufbau eines ­erdumspannenden Filialnetzes

Werner Rügemer

* Im Teil I des Beitrags erfuhr der Leser von den sogenannten Sitzgesellschaften, die in Liechtenstein steuerbefreit nur als rechtlicher Rahmen bestehen und dort nicht wirtschaftlich tätig werden. Mit diesem Modell wurde die Fürstenfamilie von und zu Liechtenstein durch Kollaboration mit den deutschen Faschisten zu einer prosperierenden Finanzmacht.

Die Komplizenschaft ging nach dem Ende des Faschismus weiter. Der Bankier Adolf Rathjen von der Berliner Bank Delbrück Schickler – sie hatte Hitlers Privat­konten geführt, aus ihr war Hermann Josef Abs zum Chef der Deutschen Bank aufgestiegen – rettete sein Vermögen nach Liechtenstein, stiftete eine Kunstsammlung, wurde eingebürgert und internationalisierte als Berater des Fürstenhauses die Fürstenbank Bank in Liechtenstein (BiL).

Die illegale und zugleich steuerbegünstigte Finanzierung der staatstragenden Parteien der Bundesrepublik, also von CDU, CSU und FDP, in denen auch zahlreiche Nazi-Aktivisten hohe Fun...

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