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11.10.2008 / Geschichte / Seite 15

Der Durchbruch

Vor 60 Jahren: In der Sowjetischen Besatzungszone gelingt dem Bergmann Adolf Hennecke eine spektakuläre Übererfüllung des Plansolls

Jörg Roesler
Am 13. Oktober 1948 gegen fünf Uhr früh fuhr Adolf Hennecke mit zwei Kumpeln in den Karl-Liebknecht-Schacht bei Oelsnitz im westsächsischen Steinkohlengebiet ein. Die Stunde vor Schichtbeginn war gewählt worden, um nicht ins Gedränge des Schichtwechsels zu geraten. Am Abbauort 232 blieb der 43jährige an jener Stelle zurück, wo er auf den Kohlestoß am Tag zuvor mit Kreide »Stehen lassen!« geschrieben hatte. Henneckes Begleiter schalteten die Förderanlage ein und kontrollierten die technischen Geräte. Dann konnte sich Hennecke an die Arbeit machen: die Kohle brechen, sie durch die Fördermittel wegräumen und die Abbaustelle ausbauen. Kurz nach 13 Uhr nahm der Steiger das Ergebnis ab. Anstelle von 6,3 hatte Hennecke 24,4 Kubikmeter gefördert. Das waren, gemessen an der geltenden Norm, 387 Prozent – ein Ergebnis, das, sobald es bekannt wurde, Aufsehen erregte.

Dafür, daß es bekannt wurde, sorgten schon der Werkdirektor und der Vorsitzende der Betriebsgewerksch...

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