29.09.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Troy Davis könnte unschuldig sein

Falsche Zeugenaussagen und unbedingter Wille, jemanden als Polizistenmörder zu verurteilen, führten zur Todestrafe

Cynthia Tucker
Hätte Troy Anthony Davis auf der sozialen Leiter einen etwas höheren Platz gehabt, wäre er wahrscheinlich nicht für den Mord verurteilt worden, der im August 1989 an einem Polizisten aus Savannah begangen wurde. Wäre Davis ein Arzt oder Anwalt oder ein Universitätsdozent gewesen, hätte die Polizei ihn vermutlich nicht auf die Anschuldigung eines Kleinkriminellen hin ins Visier genommen.

Aber Davis gehört nicht zur High Society; er ist weder gebildet noch wohlhabend. Er stammt aus einer zwar ordentlichen, aber höchst bescheidenen Gegend, doch als er volljährig wurde, hatte er bereits ein Kleinstrafenregister. Zur Zeit des tragischen Mordes an dem Polizeibeamten Mark Allen MacPhail arbeitete Davis für einen mageren Lohn und war auf der Suche nach einem besseren Job.

Als also Sylvester Nathaniel »Redd« Coles nur Stunden nach dem Mord und in Begleitung seines Anwalts gelassen das Polizeirevier betrat und Davis als den Schützen identifizierte, hatte die Polizei ...



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