11.09.2008 / Ausland / Seite 7

Chile: Späte Sühne für Verbrechen

Nach zweimal lebenslänglich nun 15 Jahre Haft für Geheimdienstchef der Pinochet-Diktatur

Andreas Knobloch
Fast auf den Tag genau 35 Jahre nach dem Sturz der sozialistischen Regierung von Salvador Allendes ging in Chile nun ein weiteres Verfahren zu Ende, das den Opfern der Pinochet-Diktatur späte Gerechtigkeit widerfahren läßt. Der Richter Alejandro Solís verurteilte am vergangenen Freitag den früheren Chef des Geheimdienstes (Dirección de Inteligencia Nacional – DINA), General a.D. Manuel Contreras, wegen der Entführung des Sozialisten José Orellana im Jahr 1974 zu 15 Jahren Gefängnis. Fünf weitere ehemalige Geheimdienstagenten müssen für die Beteiligung an dem Verbrechen für jeweils fünf Jahre hinter Gitter.

Alle sechs waren beschuldigt, für die Entführung des damals 35jährigen Orellana, der als Pfleger im Krankenhaus Barros Luco Trudeau de Santiago arbeitete, verantwortlich zu sein. Laut Rettig-Bericht, der die Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur (1973–1990) dokumentiert, wurde Orellana am 22. Januar 1974 zusammen mit anderen An...

Artikel-Länge: 2975 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe