Gegründet 1947 Sa. / So., 21. / 22. September 2019, Nr. 220
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
09.09.2008 / Feuilleton / Seite 12

Manege aus Pappe

In den Berliner Sophiensälen wird Heiner Müllers Arbeiterdrama »Lohndrücker« sinnlos inszeniert

Christoph Woldt
Vor fünfzig Jahren, fast fünf Jahre nach dem 17. Juni 1953, fand die Berliner Erstaufführung im Maxim-Gorki-Theater statt. Brecht hatte es nicht zusammengekriegt, Heiner Müller zeigte das Aufbauchaos in einer Ostberliner Fabrik im Jahre 1948/49. Das Bestarbeiterstück »Lohndrücker« handelt von der schweren Geburt der neuen Gesellschaft im Osten Deutschlands. Die Fabriken sind zerbombt, viele Menschen sind im Krieg oder KZ geblieben, andere aus der sowjetischen Besatzungszone abgehauen. Arbeiter Balke bringt sich ein, schlägt vor, wie das Schwierige, bisher Unmögliche, gemacht werden kann, und packt selbst mit zu.

Aus dem Sumpf

Die Menschen brauchten Lebensmittel und das Allernötigste zum Überleben. Die Kommunisten hatten die Schaltstellen der Macht besetzt, sie saßen in den Direktionen der Fabriken und in den Polizeirevieren. Der Mangel treibt sie an, und sie zwingen...

Artikel-Länge: 2725 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €