Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Montag, 16. September 2019, Nr. 215
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09.09.2008 / Feuilleton / Seite 13

147 oder 159 neue Leiden

Warum ich kein Hypochonder geworden bin. Ein Sommer ohne Helden (57)

Wiglaf Droste
Hypochonder? Ich weiß nicht, was das sein soll – das Wort klingt in meinen Ohren wie eine Mischung aus Hypo Vereinsbank und Expander; von beidem verstehe ich nichts. Der Kluge, das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache, klärt mich auf: »Person mit unbegründeten Krankheitsvorstellungen. Rückbildung zu hypochondrisch‚ schwermütig (zunächst nur über Männer gesagt, im Gegensatz zu [weiblich] hysterisch). Es geht zurück auf griechisch hypochóndrios‚ unterhalb des Brustknorpels liegend. (…) Nach antiker Auffassung saßen die Gemütskrankheiten im Unterleib.« Ich will nicht klüger als der Kluge sein, sondern den Sachverhalt vielmehr in meinen eigenen Worten bestätigen: Sitz der Seele ist die Möse/Ohne Liebe wird sie böse.

Schon allein deshalb möchte man doch kein Hypochonder sein, kein männlicher Hysteriker, der in zwanghafter Selbstbeobachtung Krankheiten an sich entdeckt, egal, ob er sie hat oder nicht oder ob er sie von all der Einbildung erst bekommt. ...

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