13.08.2008 / Ausland / Seite 6

Südossetien ist kein Teil Georgiens

Konflikt entspringt Auflösung der UdSSR. Westliche Balkanpolitik wird im Kaukasus bestraft

Werner Pirker
Der georgisch-südossetische Konflikt ergab sich aus der Auflösung der Sowjetunion. Die von der Gorbatschow-Perestroika ausgelösten Desintegrationsprozesse führte zu einem »Rückzug in die nationalen Behausungen«, wie der offene Ausbruch von Nationalitätenkonflikten damals verharmlosend genannt wurde. Erstmals augenscheinlich wurde das im Dezember 1986 in der damaligen kasachischen Hauptstadt Alma Ata, als die von Moskau angeordnete Ersetzung des korrupten einheimischen Republikparteisekretärs durch einen Russen zu tagelangen Unmutsbekundungen führte. Das war das Wetterleuchten, das die Katastrophe des Zerfalls ankündigte.

Richtig ernst wurde es erst im Februar 1988, als die überwiegend armenische Bevölkerung der Autonomen Republik Nagorny Karabach im Bestand der Aserbaidschanischen SSR die Lostrennung ihres Gebietes von Baku und den Anschluß an Armenien forderten. In beiden Republiken formierten sich daraufhin sogenannte »Volksfronten«, die in Konkurrenz zu...

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