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08.08.2008 / Feuilleton / Seite 12

Fairstörung

Ein Sommer ohne Helden (30). Vom Fairgeben und Fairgeigen

Wiglaf Droste
Groß annonciert die Organisation »Brot für die Welt« auf den Plakatwänden des Landes, was sie »Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt« nennt: »fairgeben– fairsorgen – fairteilen«, wobei die Vorsilbe immer englisch geschrieben ist, »fair«, auf deutsch also: anständig, ehrlich, gerecht. Daß »Brot für die Welt« für eine gerechte Ordnung derselben eintritt, ist weder überraschend noch falsch noch unangenehm; daß dabei allerdings die Sprache beschädigt wird, scheint mir unnötig und damit übertrieben ungerecht.

Eine neue, eigene Erfindung ist das bemühte, angestrengte Wortspiel nicht. Bereits in den 90er Jahren dokumentierte das deutsche Bundesinnenministerium unter Manfred Kanther seinen demonstrativen Abscheu vor Rassismus mit der Parolenkaskade: »Annäherung statt Gewalt – FAIRSTÄNDNIS – Menschenwürde achten– Gegen Fremdenhaß«. Die Idee, aus dem deutschen v-e-r ein englisches f-a-i-r zu machen, führt zu Fairstörung: Ist das jetzt ein Fairsehen, oder hat sic...

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