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07.08.2008 / Feuilleton / Seite 12

Belgischer Purismus

Monotonie, Ticks und Rituale in der bürgerlichen Familie: Isabelle Huppert in »Nue Propriété«

Tina Heldt

In Joachim Lafosses zweitem Spielfilm »Nue Propriété (auf einen deutschen Verleihtitel hat man diesmal verzichtet; wörtlich übersetzt hieße er »nackter Besitz«) gibt es so gut wie keine Kamerabewegung und mit Ausnahme der letzten Einstellung keine begleitende Musik.


Die Kargheit ist mittlerweile so etwas wie das Aushängeschild des europäischen Autorenfilms geworden. Es geht darum, Verzicht zu üben, um Zeit und Überblick zu gewinnen. Seine Zeit dauert es auch meist, bis die guten Filme endlich ihren Weg in deutsche Kinos gefunden haben. »Nue Propriété« hatte seine Premiere bereits im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig 2006.


Wie eingangs bereits erwähnt, »Nue Propriété« ist ziemlich puristisch, besitzt aber mindestens eine Attraktion, die über den formalistischen Stilwillen hinausgeht: Die Hauptrolle spielt die meist unglaubliche Isabelle Huppert. Das paßt natürlich, weil Huppert normalerweise auch eine eher zurücknehmende, »formalistische« ...


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