05.08.2008 / Inland / Seite 5

Geschäft mit Hartz IV

Berliner Arbeitsvermittlung verschickte stümperhafte Bewerbungsunterlagen im Namen ihrer Kunden und ließ sich das gut bezahlen

Ralf Wurzbacher
Wer bei der Arbeitssuche leer ausgehen will, ist bei der Berliner Joblife Arbeitsvermittlung in den besten Händen. »Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Gelegenheit geben würden das ich mich Ihnen näaher vorstellen kann.« Mit sieben Orthographie- und Kommafehlern in acht kurzen Sätzen seines Bewerbungsanschreibens hatte Walter G. (Name auf Wunsch geändert) ziemlich schlechte Karten, als Dienstwagenfahrer eine Anstellung zu finden. Dabei trifft ihn keine Schuld: Das Schreiben ist nicht auf seinem, sondern auf dem Mist eines »professionellen« Arbeitsvermittlers gewachsen – der sich die Stümperei von den Arbeitsagenturen auch noch teuer bezahlen läßt.

Nach eigener Darstellung erstellt Joblife, eine Firma mit vier Filialen in Berlin, professionelle, auf das individuelle Profil der Kunden zugeschnittene Bewerbungsunterlagen und verschickt diese an Unternehmen mit vermeintlichem Arbeitskräftebedarf. Der Hartz-IV-Bezieher Walter G. wurde auf die Firma auf...

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