04.08.2008 / Ansichten / Seite 8

Sein und Bewußtsein

De-Maizière-Interview zur DDR

Arnold Schölzel
In einem Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag hat sich der DDR-Ministerpräsident von 1990 Lothar de Maizière (CDU) zum Umgang mit der Erinnerung an den ostdeutschen Staat geäußert. Die Fragesteller weisen zunächst nach, daß sie sich in den Bahnen bewegen, die für bundesdeutsche Journalisten bei diesem Gegenstand verbindlich sind und sprechen von »undifferenzierter (DDR-)Nostalgie«, also einer Erfindung der westdeutsch dominierten und gelenkten Medien. De Maizière spricht von einer ostdeutschen »Trotzreaktion« auf eine »undifferenzierte Verneinung« all dessen, was die DDR ausgemacht habe. Und fügt an: »Ich glaube, daß die tragende Ideologie der DDR die Seelen der Menschen viel tiefer erreicht hat, als wir uns das vorgestellt haben.«

Dieser Eindruck entspricht den Resultaten von Befragungen: Eine weit überwiegende Mehrheit der Ostdeutschen hält Sozialismus für wünschenswert, aber nicht für machbar. Die Interpre...

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