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30.07.2008 / Ausland / Seite 7

Vorsichtige Annäherung

Nach Jahren der Funkstille wollen sich Armenien und die Türkei um eine Normalisierung ihrer Beziehungen bemühen

Nico Sandfuchs, Ankara
Wir sind eng verwandte Völker«, schrieb der armenischstämmige türkische Publizist Hrant Dink einmal über das Verhältnis von Türkei und Armenien, »trotzdem sind wir uns fremd.« Tatsächlich liegen die diplomatischen Beziehungen beider Staaten seit Jahren auf Eis. Die gemeinsame Grenze hält die Türkei aus Protest gegen das Engagement Armeniens in Nagorny Karabach seit 1993 geschlossen. Zusätzlich belastet der Völkermord an den Armeniern, dem von 1915 bis 1917 mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen, das zwischenstaatliche Verhältnis.

Mit der Wahl von Sersh Sarkisjan zum neuen Präsidenten Armeniens ist nun allerdings wieder Bewegung in die festgefahrenen Beziehungen gekommen. »Ich setze mich für diplomatische Beziehungen zur Türkei und für eine Öffnung der Grenze ein«, verkündete er Anfang des Monats überraschend. Seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül lud er nach Eriwan ein, um sich am 6. September ein Fußballspiel der Natio...

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