28.07.2008 / Thema / Seite 10

Heuchelei und Begünstigung

1947/48: Der Nürnberger Nachfolgeprozeß gegen IG Farben (Teil II und Schluß)

Dietrich Eichholtz und Janis Schmelzer
Ganz abgesehen davon, daß im Urteil gegen die Hauptvertreter der IG Farbenindustrie AG vom 29./30. Juli 1948 auch die gesamte expansionistische Südosteuropapolitik des Konzerns unerwähnt blieb, wurde darin überhaupt nur ein kleiner Teil der geschichtlichen Wahrheit über die Kriegsverbrechen des Konzerns sichtbar; nicht relevant für die Richter waren seine buchstäblich weltumspannenden Expansions-, Eroberungs- und Raubpläne. Hierüber hatte die Anklagebehörde eine Fülle erstrangigen dokumentarischen Materials vorgelegt. Die entsprechenden Kenntnisse hat die Geschichtsforschung inzwischen noch erheblich erweitert. Die IG zeigte sich unübertroffen in der Spannbreite ihrer »Wunschprogramme« und Forderungen und in der Gründlichkeit und Konsequenz, mit der der Konzern hier vorging. Seine »Friedensplanung« stellt eine der erstaunlichsten, entlarvendsten Dokumentationen in der Geschichte des deutschen Großkapitals und der imperialistischen Ära überhaupt dar. Schon...

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