28.06.2008 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal: Verratener Botschafter

Werner Pirker
Die Ankündigung des simbabwischen Oppositionsführers Morgan Tsvangirai, nicht an der Stichwahl um die Präsidentschaft teilzunehmen, hat in der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Verärgerung gesorgt. Denn ohne machtbewußte Opposition läßt sich kein Regimewechsel durchführen. Dieser war als massenhaftes Aufbegehren gegen Wahlfälschungen vorgesehen. FAZ-Redakteur Thomas Scheen hatte sich das so schön vorgestellt: Einen in Mord- und Totschlag eskalierenden Wahlgang. Ein gefälschtes Wahlergebnis. »Eine gefälschte Wahl«, schreibt er, »hätte vor allem den Nachbarstaaten den künftigen Umgang mit Mugabe leichter gemacht, weil sie ihn aufgrund der mutmaßlichen Fälschung politisch hätten isolieren können.« Wenn auch nur ein Bruchteil davon wahr wäre, was über Mugabe schon alles geschrieben wurde, dann bedürfte es erst gar nicht des Anlasses einer »mutmaßlichen Wahlfälschung«, um dem FAZ-Szenario die moralische Legitimation zu besorgen.

Scheen vermerkt ...

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