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23.06.2008 / Feuilleton / Seite 12

Geht nicht auf

Platten sind mehr als Gartenzwerge: Kai Degenhardt verwirft die Popkultur

Reinhard Jellen
Es war einmal ein kleines Königreich mit Namen Pop, in dem eine »eindeutig fortschrittliche Tendenz« und ein »egalitärer Befreiungsgestus« vorherrschten. Das begab sich zu der Zeit, als die Musik von John Lennon noch nicht für Atomstrom warb, die Gesten noch rebellisch waren und alles zusammen der »sozialen Befreiung« diente. Doch dann kamen die böse Industrie, die Werbung, das Fernsehen, die sogenannte Wiedervereinigung sowie das Internet und verzauberten das einst frohlockende Gebiet in eine triste Warenlandschaft. Und als ob dies nicht reichte, entdeckten dann noch Sprößlinge des »Neo-Bürgertums« den Pop, machten es sich darin bequem und drehten den Linken und Unterdrückten eine lange Nase. So etwa lautet leicht verkürzt die Essenz der Abhandlung von Kai Degenhardt über Popmusik. Sie ist unter dem Titel »Roll over song & dance« im Neue Impulse Verlag erschienen und gibt zu mancherlei Einwand Anlaß.

Erstens ist das Problem der Textsammlung der allgemeine...

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