28.05.2008 / Ausland / Seite 8

»Ohne diesen Streikdruck läuft gar nichts«

Proteste in Griechenland sollen Privatisierung der Containerterminals in Häfen Piräus und Thessaloniki verhindern. Gespräch mit Giorgos Papavassiliou

Heike Schrader, Athen
Giorgos Papavassiliou vertritt die kommunistisch orientierte Gewerkschaftsfront PAME im Vorstand der Hafen­arbeitergewerkschaft.

Warum hat das private Kapital ausgerechnet jetzt Interesse an den Häfen Piräus und Thessaloniki?

Das Interesse gilt nicht Griechenland allein, auch in Spanien und Frankreich sollen Häfen privatisiert werden. Der Seehandel wächst zur Zeit um 15 bis 20 Prozent jährlich. Ursachen sind zum einen der Wegfall von Außenhandelsbeschränkungen mit China, das wachsende Handelsvolumen mit dem arabischen Raum. Güter aus dem Nahen und Fernen Osten lassen sich am kostengünstigsten über See nach Europa transportieren. In unserer Region kommt der wachsende Seehandel mit der Balkanregion hinzu.

Containerfirmen wollen sich Häfen als Einfallstore in diese Märkte sichern. Piräus liegt strategisch einmalig günstig, um als Handelsdrehscheibe für große Frachter etwa aus Indien oder China genutzt werden. Thessaloniki dagegen ist das einzige Tor zum Bal...


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