14.05.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Das Volk, der Feind

Vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel kommen in Lima soziale Organisationen zum Alternativtreffen zusammen. Von der peruanischen Regierung werden sie diffamiert und bedroht

Harald Neuber
Alan García hat ein Problem. Am kommenden Wochenende erwartet der peruanische Präsident gut 40 Staats- und Regierungs­chefs – und seine Hauptstadt ist voller Terroristen. Das zumindest meint García. Denn vor dem 5. Gipfeltreffen zwischen den Staaten Lateinamerikas, der Karibik und der Europäischen ­Union findet in Lima dieser Tage ein Treffen sozialer Organisationen aus beiden Erdteilen statt. Unter dem Motto »Enlazando Alternativas« (Alternativen verknüpfen) kommen in der Nationalen Universität für Ingenieurwissenschaften im Norden der Hauptstadt seit heute bis zu 2000 Aktivisten zusammen. Sie wollen bis zum Wochenende Auswege aus der neoliberalen Mißwirtschaft diskutieren, für die García noch immer als Staatschef steht.

Gefährliche Kritik

Seine sozialdemokratische Regierung hat daher alles versucht, das Alternativtreffen zu vermeiden. Potentielle Vermieter von Versammlungsräumen wurden unter Druck gesetzt, die Teilnehmer wurden als »Kriminelle« und ...

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