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13.05.2008 / Feuilleton / Seite 12

Zukunft für Endgamer

X für ein U wie Unterhaltungselektronik: alte Schulklassenkämpfe mit neuen Waffen im belgischen Kinofilm »Ben X«

Anja Trebbin
Ich wußte gar nicht, daß du so religiös bist«, sagt der Werklehrer zu Ben (Greg Timmermans), der an einem hölzernen Kruzifix feilt. Vielleicht ist Ben religiös, vielleicht auch nicht. Ben ist vor allem anders als die anderen. In seiner Schulklasse wird er deshalb fertiggemacht. Die Ärzte haben das passende Etikett für seine Eigenheiten gefunden: Asperger-Syndrom, eine leichte Form des Autismus. Zack, Schublade zu. Seine Mutter kann bei aller Aufopferung nicht Bens Vertrauen gewinnen, doch sie erkennt den verheerenden Einfluß der täglichen Schikanen seiner Mitschüler. Der Vater hingegen beschwichtigt und verharmlost: »Warum sollen wir ihn von der Schule nehmen? Er ist doch so gut!«

Die Schule ist Bens tägliches Martyrium: Seine Klassenkameraden Bogaert und Desmet (Titus De Voogdt und Maarten Claeyssens) quälen ihn unentwegt. Die übrigen Schüler sind Mitläufer, filmen das demütigende Geschehen mit ihren Handy-Kameras und stellen die Bilder ins Internet. Leh...

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