07.05.2008 / Thema / Seite 10

Über das magisch-mythische Denken hinaus

Dokumentiert. Grußwort zur Festveranstaltung des RotFuchs-Fördervereins anläßlich des 190. Geburtstages von Karl Marx in Chemnitz am 3. Mai 2008

Hans Heinz Holz
Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit Euch zusammen des 190. Geburtstags und 125. Todestags von Karl Marx zu gedenken; hier in dieser Stadt, die seinen Namen als Ehrennamen trug. Für mich wird sie auch in Zukunft immer Karl-Marx-Stadt bleiben, wie Leningrad Leningrad und Stalingrad Stalingrad. – Ein widriger Umstand, die kurz aufeinanderfolgenden zwei Operationen zweier gebrochener Wirbel, macht mich reiseunfähig und zwingt mich, nur vermittels der Medienfunktion moderner Technik bei Euch zu sein.1

Mit Bewunderung habe ich wahrgenommen, wie die Karl-Marx-Städter ihr monumentales Karl-Marx-Denkmal gegen den zerstörungswütigen Haß der Eroberer verteidigt haben. Denkmäler zu schleifen – das ist ein frühgeschichtliches Verhalten eines von Magie beherrschten Geschichtsbewußtseins. Wir kennen die Beispiele aus der altägyptischen Pharaonenzeit, als Könige, die durch einen Umsturz zur Macht kamen, die Namenskartuschen2 ihrer Vorgänger aus Pyramiden...

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