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16.04.2008 / Antifa / Seite 15

»Tiergartenstraße 4« auf der Bühne

Premiere in der Berliner Tribuene: Stück thematisiert Vernichtung »unwerten« Lebens während des Faschismus

Jan Schapira
Soeben hat das Publikum Platz genommen, da betritt Karl Niemand die Bühne und setzt sich auf einen der aufgereihten Stühle. Dann hört er zu. An die Leinwand im Hintergrund projizierte Schatten erzählen Leidensgeschichten von Menschen, die Opfer der faschistischen Vorstellung vom »unwerten Leben« wurden. Am Freitag hatte in der Tribuene am Berliner Ernst-Reuter-Platz Christoph Klimkes Theaterstück »Tiergartenstraße 4« Premiere. Benannt ist das Stück nach dem Berliner Ort, von dem aus die Ermordung der im Nazi-Jargon »Erb- und Geisteskranken, Behinderten und sozial oder rassisch Unerwünschten« organisiert wurde.

Über 300 Ärzte, Beamte und Angestellte zeichneten dort im Rahmen der sogenannten »Euthanasie«-Maßnahmen verantwortlich für die Erfassung, die Selektion und den Transport der Menschen in sechs Tötungsanstalten, in denen allein in einer ersten Geheimaktion »T4« von Oktober 1939 bis August 1941 70263 wehrlose und hilfsbedürftige Menschen mit psychi...

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