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09.04.2008 / Feuilleton / Seite 12

Den Arsch aufreißen

Charlotte Roches Heldin Helen Memel leidet unter einer Form von Geständniszwang, die kein Proktologe zu heilen vermag

Patricia Wedler

»Spiegel: In einem schon fast altmodischen Sinn scheint Ihr Roman eine Mission zu haben. Können Sie die formulieren?

Roche: Mission klingt scheußlich. Aber wenn ich einen zarten Appell formulieren darf, dann so: Ich hätte gerne, daß auf Frauen weniger Druck ausgeübt wird, sich komplett zu enthaaren. Frauen rasieren sich aus vorauseilendem Gehorsam. Ich glaube, daß Männer sogar für ein paar weibliche Schamhaare ganz dankbar wären, weil sie ja mit Frauen, nicht mit Kindern schlafen wollen.«

(aus Der Spiegel vom 25. Februar 2008)



So sieht das also aus mit dem neuen Feminismus. Auf den Müllhaufen der Geschichte mit so waghalsigen Forderungen wie Selbstbestimmung, gleicher Lohn oder Quotenregelung, ein bißchen am normativen Diktat über den weiblichen Körper gedreht, raus aus der zwanghaften Konformität und schwups – alles Bingo Bongo. Aber von Anfang.

Grimme-Preisträgerin Charlotte ­Roche hat es wieder mal geschafft. Schon in Zeiten des Musikfernsehsenders Viva I...








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