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18.05.1999 / Inland / Seite 0

Erfolg für Hombach und Bosse

Die Entschädigung für Zwangsarbeiter deutscher Konzerne bleibt in weiter Ferne

Hans Daniel

Chuzpe ist, so die Ausdeutung des für Dreistigkeit und Unverschämtheit stehenden jüdischen Begriffs, wenn ein des Elternmordes Angeklagter das hohe Gericht um mildernde Umstände bitte. »Immerhin bin ich ja Vollwaise«.

Chuzpe ist, wenn die Spitzenvertreter von gut einem Dutzend deutscher Industrie- und Bankunternehmer erklären, sie seien nur dann zur endlichen Entschädigung für die von ihren Unternehmen in der Zeit des Faschismus ausgebeuteten Zwangsarbeiter bereit, wenn ihnen künftig »Rechtssicherheit« vor weiteren Klagen gewährt wird.

Chuzpe ist schließlich, wenn der nominelle Beauftragte der Bundesregierung, Bodo Hombach, sich bei den entsprechenden Verhandlungen am 11. und 12. Mai in Washington de facto neuerlich als der Beauftragte der Banken und Konzerne erwies und die Gespräche scheitern ließ, weil die geforderte »Rechtssicherheit« nicht zu erreichen war. Etwas freundlich formulierte die »Frankfurter Rundschau«: Die Konferenz sei »ohne Ergebnis in der...

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