27.03.2008 / Inland / Seite 8

»Prinzip Vertraulichkeit wird außer Kraft gesetzt«

Kritik an elektronischer Gesundheitskarte wächst. Ärzteorganisation will aufklären. Ein Gespräch mit Matthias Jochheim

Gitta Düperthal
Matthias Jochheim ist Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion der Ärzte gegen Atomkrieg IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War)

Die elektronische Gesundheitskarte soll schrittweise eingeführt werden und die bisherige Krankenversichertenkarte ersetzen. Ein integrierter Mikrochip soll Zugriff auf zentral gespeicherte Daten ermöglichen. Patientenakten, inklusive OP-Berichte und Röntgenbilder, sollen so zugänglich sein. Wo setzt Ihre Kritik an?

Wir denken, daß damit ein wesentliches Prinzip der Arzt-Patienten-Beziehung außer Kraft gesetzt wird: die Vertraulichkeit. Bislang gibt es Austausch zwischen Ärzten, die einen Patienten behandeln, einzig zum Zweck der gemeinsamen medizinischen Versorgung. Das soll mit der elektronischen Gesundheitskarte geändert werden.

Um die Einwände zu entkräften, wird versichert, daß alles anonymisiert werde. Aber wir wissen ja, daß eine Verschlüsselung auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Di...


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