14.03.2008 / Inland / Seite 5

»Ausschließen kann man gar nichts«

Nach dem Aufenthalt in einer Hagener Polizeiwache ist Adem Özdamar am 5. März gestorben. Polizei streitet jede Verantwortung für den Tod des 26jährigen ab. Ein Gespräch mit Adam Rosenberg

Jan Schapira
Rechtsanwalt Adam Rosenberg vertritt die Familie Özdamar

Sie gehen in dem Fall von Adem Özdamar von fahrlässiger Tötung aus. Nach Darstellung der Polizei wurde er am 17. Februar auf einer Wache in Hagen auf einer Trage fixiert, nachdem er »randaliert« hatte. Danach kollabierte er und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er am 5. März starb. Welche Anhaltspunkte gibt es für Ihre Annahme?

Er wurde bäuchlings mit Händen und Füßen an die Trage gefesselt. In dieser Situation wurde es versäumt, auf seine Vitalfunktionen wie die Atmung zu achten, so daß hier möglicherweise ein Erstickungstod eingetreten ist. Im Amtsgebrauch wird dies »tödlicher Zwischenfall bei der Festnahme hochgradig erregter Personen« genannt.

Die Krankenhausnotärztin Katrin Hoffmann hat zu Protokoll gegeben, daß Adem Özdamar möglicherweise mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen wurde. Schließen Sie einen Totschlag wie in Ihrem ersten Strafantrag inzwischen aus?

Ausschließen kann...

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