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06.03.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Im Zweifel für den Abgeschobenen?

Behördliche Falschangaben und Rechtsunsicherheiten im Fall der Ausweisung der Familie Mehinovic

Gitta Düperthal
Das Ausländeramt in Friedberg hat Anfang vergangener Woche zwei schwerkranke Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina abgeschoben. Und beabsichtigt weiterhin, eine 75 Jahre alte Frau nach Sarajevo auszuweisen (jW berichtete). Die Rechtsgrundlage, nach der das geschieht, ist allerdings fragwürdig. Die Familie Mehinovic, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt, befand sich seit 1994 kontinuierlich in ärztlicher Behandlung. Ärzte hatten bescheinigt, die Flüchtlinge litten unter Kriegs­traumata und seien suizidgefährdet. Husnija Mehinovic leide an den Folgen einer Lagerhaft im Jahr 1992, hieß es. Fata Mehinovic habe nicht darüber hinwegkommen können, daß zwei ihrer Brüder vor ihren Augen erschossen wurden. Sie war als reiseunfähig eingestuft worden. Trotzdem hatte die Polizei den 54jährigen Husnija Mehinovic und seine 53jährige Frau Fata gezwungen, um fünf Uhr morgens mit Handschellen gefesselt im Frankfurter Flughafen in eine Maschine nach Sarajevo zu steigen. Ein...

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