01.03.2008 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Nur mit der Zerstörung hat es geklappt«

Gespräch mit Bruno Mahlow. Über den politischen Kurs Rußlands, Schocktherapie, die Eigenart des russischen Kapitalismus, »Sowjetismus« und die KP der Russischen Föderation

Arnold Schölzel
Bruno Mahlow (geb. 1937 in Moskau in einer deutschen antifaschistischen Familie) arbeitete in der DDR als Diplomat. Seit 1973 war er stellvertretender Leiter (1989 Leiter) der Abteilung Internationale Verbindungen des Zentralkomitees der SED und zuständig für die sozialistischen Länder

In der westlichen Presse wird vor den Präsidentschaftswahlen am 2. März in Rußland fabuliert wie zu besten Zeiten der Kreml-Astrologie im Kalten Krieg: Gibt es eine politische Doppelspitze mit Dmitri Medwedew und Wladimir Putin? Wird der neue Präsident der starke Mann oder tritt Putin 2012 wieder an und regiert dann bis 2020? Was läßt sich seriös zu absehbaren Entwicklungen sagen?

Man muß davon ausgehen, daß der politische Kurs so bleibt wie er ist. Sowohl die politische Elite Rußlands wie der große Teil der Bevölkerung, bei dem Putin populär ist, sind dafür. Dieser Kurs brachte relative Stabilisierung und scheint ein größeres Gewicht des Landes in der Welt zu versprechen...

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