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23.02.2008 / Geschichte / Seite 15

KPD-Zentrale gestürmt

Vor 75 Jahren besetzen Polizei und Nazis das Karl-Liebknecht-Haus in Berlin. Begründung: »geheime Aufstandspläne« der Partei

Eberhard Czichon und Heinz Marohn
Am Nachmittag des 23. Februar 1933 drangen Schutzpolizisten und SA-Mitglieder, von Beamten der Politischen Polizei begleitet, in das Karl-Liebknecht-Haus ein. Sie besetzten das Gebäude vom Keller bis zum Dachboden: die Räume des Zentralkomitees der KPD, der Berliner KPD-Bezirksleitung, der City-Druckerei, der Arbeiterbuchhandlung sowie der Redaktionen der Roten Fahne und der Welt am Abend. Alle Mitarbeiter mußten das Haus verlassen. Sämtliche Papiere, darunter das in Druck befindliche Wahlmaterial der KPD, alle Flugblätter und Druckplatten wurden beschlagnahmt.

Es war nicht das erste Mal, daß die Berliner Polizei den Sitz des ZK der KPD durchsuchte. Der sozialdemokratische Berliner Polizeipräsident Albert Grzesinski äußerte, seine Beamten seien bei ihren Razzien so gründlich vorgegangen, daß sie jeden Winkel in diesem Haus gekannt hätten. Nach 1929 war in jedem Jahr im ZK-Gebäude am Bülowplatz einmal »Haussuchung« gewesen. Die Berliner Polizei besetzte das...

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