15.04.1997 / Feuilleton / Seite 0

Tic Tac Toe: Pop oder Puff

Deutschlands Presse und das Zeichensystem Pop an einem Beispiel

Jürgen Kiontke

Angenommen, das Kapital habe sich mit Politik und Unterhaltung zwei Stützen geschaffen, die Antagonismen der Gesellschaft ideal zu inszenieren:

Dann haben wir in der Tic-Tac-Toe-Debatte - abgebrochene Schwangerschaft, Arbeit im Nachtclub, Drogenmißbrauch, Urheberstreitereien - vollendete Formen. Gefälschtes Alter, verschwiegene Herkunft, erst beschimpft, dann gereinigt - fehlt nur, daß Jazzy, Ricky und Lee nicht selbst singen.

Ist die Unterhaltungsindustrie in die Welt der hohen Politik eingedrungen? Gibt es überhaupt noch Unterschiede? Realität ist »Realität«, weiß die »Woche« zum Tour-Auftakt und dröselt die Besitzverhältnisse an den drei Mädchen und ihren Vermarktungsstrategien auf. Die »Süddeutsche« will einen Schreikrampf von Ricky gesehen haben. Die »Welt« hätte man sonst so einfach auch nicht zum TTT-Konzert ins niedersächsische Nordhorn gekriegt. Liane funktioniere tadellos, die Aktien stünden gut an der Pop-Börse. Das sei das Werk »gewiefter Pop- S...

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