Gegründet 1947 Dienstag, 25. Juni 2019, Nr. 144
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16.02.2008 / Wochenendbeilage / Seite 8 (Beilage)

Maronen-Melde-Suppe

Aus der jW-Gerichteküche

Antonia Sopra
 

Normalerweise schwelgen Charlie und ich selten in der Vergangenheit. Meine ist ja auch viel kürzer als die von Charlie, die über 90 Jahre alt ist. Außerdem verlangt die reine Gegenwart ihren Tribut: Boxkämpfe müssen besprochen, Feste organisiert, über Freunde gelästert werden. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber diese Woche traf ich Frau Rühlemann in der Straßenbahn bzw. eine Frau, die so aussah wie Frau Rühlemann. Und da fielen mir wieder so komische Sachen von früher ein.

Frau Rühlemann war meine erste Klassenlehrerin. Sie hatte mich sehr gern. Genaugenommen war ich Frau Rühlemanns Lieblingsschülerin. Ein Beispiel: Alle Schüler stehen stramm zur ersten Stunde bereit. Frau Rühlemann sagt, wer am ordentlichsten steht, darf sich zuerst hinsetzen. Ohne ihren Blick vom Klassenbuch zu heben nennt sie meinen Namen. Aber ich bin gar nicht da, sondern liege zu Hause krank im Bett. Heute ist mir die Geschichte peinlich, damals war ich stolz. Als Sieben...



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