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12.02.2008 / Feuilleton / Seite 13

Im nächsten Leben

Reinkarnation macht dramaturgisch einiges möglich: ein Bollywood-Blockbuster auf der Berlinale

Reinhard Jellen
Was internationale Filmfestivals interessant macht, ist der Umstand, daß zwar überall auf der Welt gefilmt wird, aber nur fast allerorten gleich. Im hinduistisch geprägten Indien, wo an die Wiedergeburt geglaubt wird wie bei den Schafen Jesu an den Nikolaus, dauern Filme locker mal 180 Minuten. Das ist zwar nicht genug Zeit, das Nationalepos Mahabarata in Szene zu setzen, aber immerhin kann es ein Film sich erlauben, nach der Hälfte seinen Helden sterben zu lassen, um den Kampf mit dem Gegenspieler dann unter neuen Voraussetzungen wieder aufzunehmen. In »Om Shanti Om« gibt es außerdem ein paar viertelstündige Tanzszenen, in denen etwa 30 Größen des indischen Kinos Gastauftritte haben, zahlreiche Zitate aus Bollywood-Filmen wie auch Anspielungen auf Shakespeare, Edgar Allen Poe und neuere Horrorfilme wie »The Grudge«.

Der indische Blockbuster beginnt in den 70er Jahren: Om (Shah Rukh Khan) will in Bollywood ein Filmstar werden, ist aber Statist. Er verknall...

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