08.02.2008 / Feuilleton / Seite 13

Können wir gehen?

Gefahr für die Jugend: »Heavy Metal in Baghdad«

Christof Meueler
Noch immer hält sich auf diversen Elternabenden das Gerücht, daß Heavy Metal wie sonst nur HipHop die Jugend verderbe. Gibt es etwas Schöneres, fragen sich alle fortschrittlichen Kräfte. In dem Dokfilm »Heavy Metal in Baghdad« wird das Klischee umgedreht: Die Gesellschaft verdirbt den Heavy Metal und nicht nur den, denn es ist lebensgefährlich, im von den USA und Großbritannien besetzten Irak zu leben. Die vom Metal-Genre sonst nur in diversen Posen ästhetisch behaupteten Gewaltverhältnisse werden hier von den Dokfilmern Eddy Moretti und Suroosh Alvi auf den Punkt gebracht. Sie zeigen zum Beispiel zwei Musiker von Acrassicauda (die hier als angeblich einzige Metal-Band des Irak porträtiert wird), wie sie am Pool eines völlig verlassenen Hotelkomplexes in Bagdad sitzen. Obwohl sie nur zehn Minuten von einander entfernt wohnen, haben sie sich seit drei Monaten nicht getraut, einander zu besuchen. Ihr Proberaum ist schon lange zerstört, ebenso der Laden des ...

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