12.08.2016 / Feuilleton / Seite 11

Es gibt kein »mit Heidegger«

Alfred J. Nolls Buch über Heidegger nach den »Schwarzen Heften« zeigt: Dieser »rechte Werkmeister« ist endgültig gestorben

Christian Fuchs

Die Veröffentlichung der ersten vier Bände von Martin Heideggers »Schwarzen Heften« aus den Jahren von 1931 bis 1948 hat gezeigt, dass die Philosophie und Ideologie dieses Denkers durch und durch »nationalsozialistisch« sind. Dem Diktum des 1976 verstorbenen Heidegger, sie erst nach seinem Tod zu veröffentlichen, wurde nachgekommen. Sie erschienen erst 2014 und 2015.

Während die einen versuchen, Heideggers Werk zu apologetisieren, indem sie zwischen Heidegger dem Nazi und Heidegger dem Philosophen differenzieren, betonen andere, wie sehr beides ineinander verwoben ist. So meint auf der einen Seite der ehemalige Vorsitzende der Heidegger-Gesellschaft Günter Figal, dass man sich durch Differenzierung immer noch »mit Heidegger philosophisch produktiv auseinandersetzen kann«. Thomas Vasek, Chefredakteur des Philosophiemagazins Hohe Luft, wendet sich auf der anderen Seite gegen diese Position: »Wir müssen Schluss machen mit der Mystifikation, mit der Verhar...

Artikel-Länge: 8229 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe