31.03.2016 / Ausland / Seite 6

Landraub in Sur

Türkische Regierung verstaatlicht nahezu das gesamte Altstadtviertel von Diyarbakir

Nick Brauns

Die türkische Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Enteignung zahlreicher Grundstückseigentümer im Altstadtviertel Sur der kurdischen Millionenstadt Diyarbakir im Südosten der Türkei beschlossen. Der Eilbeschluss trat schon am Wochenende in Kraft. Vorangegangen waren eine seit Anfang Dezember verhängte Ausgangssperre und massiver Artilleriebeschuss des als UNESCO-Weltkulturerbe geltenden Stadtbezirks. Hunderte Häuser wurden dabei zerstört. 22.000 der 24.000 Einwohner des Bezirks, der sich im vergangenen Sommer für autonom erklärt und Volksräte gebildet hatte, sind vor den Kämpfen zwischen Armee, Polizei und den kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPS geflohen.

Von der Enteignung zugunsten des Stadt- und Umweltministeriums betroffen sind 6.300 Grundstücke mit einer Fläche von 187 Hektar. Damit würde künftig nahezu das gesamte Zentrum von Sur in Staatsbesitz sein. Betroffen sind neben Hunderten Wohnhäusern das Rathaus, ein Zentrum für ...

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