30.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Innerparteiliche Tabus brechen«

NRW-Linke-Politiker fordert Konsequenzen aus Wahldebakeln: Positionen müssten radikaler formuliert und vor allem auch vertreten werden. Gespräch mit Ralf Michalowsky

Markus Bernhardt

Sie sind Landessprecher der Linkspartei im bevölkerungsreichsten Bundesland. In Meinungsumfragen wird Ihre Partei laut Infratest dimap (Sonntagsfrage vom 21.02.16) aktuell bei sieben Prozent gehandelt. Wie sollte Die Linke bis zur NRW-Landtagswahl am 14. Mai 2017 agieren, um diesen Wert zu halten?

Ich werde mich an den Obergrenzendiskussionen in bezug auf die Flüchtlingspolitik nicht beteiligen. Für mich ist klar, dass wir weiterhin für Humanität und offene Grenzen stehen. Punkt! Statt dessen sollten wir uns mal anschauen, wo wir selbst stehen und was mit uns passiert ist.

Inwiefern?

In den letzten Jahren gab es kaum einen Talk, in dem nicht verwundert gefragt wurde, warum Die Linke nicht wegen der grassierenden Armut, der Leiharbeit, den Aufstockern und Arbeitslosen an Zustimmung gewinnt. An den Infoständen heißt es oft: »Ihr seid doch wie die anderen Parteien, ihr seid alle gleich und nicht wählbar«. Anfangs habe ich noch zu überzeugen versucht u...

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