29.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Das Waldgefühl

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

Die Ökobewegung habe seit der berühmten Studie »Die Grenzen des Wachstums« (1972) eine enorme »Karriere« gemacht, befand der bei der Weltrettung engagierte Soziologe Harald Welzer vor anderthalb Jahren auf dem »Philosophicum« in Lech mit Blick auf Parteien, Lehrstühle, NGOs, Umweltämter und -ministerien. Gleichzeitig werde jedes Jahr »ein neues Weltrekordjahr im Material- und Energieverbrauch«. Anscheinend hat das kapitalistische System seine Wachstumskritiker, die »Degrowth-Scene«, gründlich integriert. Vor allem die westlichen Gesellschaften müssten ihre »mentale Infrastruktur« umbauen, lautete Welzers daraus resultierende Forderung. Durch »diese Verlagerung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung aufs Kampffeld kultureller Wertvorstellung« fühlte sich die Zeitschrift konkret »an die Strategie der Neuen Rechten« erinnert, mit metapolitischen Mitteln im vorpolitischen Raum zu operieren.

Man kann auch sagen, dass nicht das schmutzige System die saube...

Artikel-Länge: 4391 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe