26.03.2016 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Häuser zerstört, Wasser abgegraben

Wer so aufwächst, wird keine Blumen werfen. Und doch muss der Konflikt einmal enden. Unterwegs im palästinensischen Jordantal

Karl-Heinz Behr

Rana strahlt übers ganze Gesicht. Ihre Augen leuchten. Nächste Woche ist sie weg hier, raus aus diesem Elend. »Ich werde in Bethlehem leben. Nächsten Dienstag fahre ich.« Sie hat geheiratet. Ihre Fröhlichkeit passt so gar nicht zur sorgenvollen Miene ihres Vaters Ali. Vor drei Wochen ließ die israelische Armee das Haus der Familie zerstören. Seitdem lebt die zwölfköpfige Familie im Freien, kampiert im dichten Schatten eines Lorbeerbaums. Was Ali für die Zukunft erwartet? Rashed Khudiri, Koordinator der Solidaritätsbewegung Jordantal, übersetzt die knappe Antwort: »Was kann ich schon tun?« Der Familienvater kniet auf einer Matte, die Kufija, das von einer Kordel gehaltene arabische Kopftuch, ist fast vom Kopf gerutscht. Hände, die offenbar zupacken können, untätig auf den Oberschenkeln. Rashed zeigt auf einen kleinen Haufen Bauschutt, Lehmziegel, einen schwarzen, zerbeulten Wassertank: »Hier seht ihr die Reste des Hauses, hier war die Küche. Um 6 Uhr morge...

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